Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
106
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Altcrthums, gerade wie ein Schulmädchen eine Zeich-nung kopirt, indem sie sic ans Fenster hält und dieLinien auf Silberpapier nachmacht."

Aber Eure neueren Schriftsteller die Staöl -Chateaubriand?" *).

Ich finde an den Scntimcntalistcn keinen ander»Fehler," versetzte der strenge Kritiker,als den über-mäßiger Schwäche sic haben keine Knochen undMuskeln in ihrem Genius Alles ist abgerundet undschlaff an seiner weibischen Spmmctrie. Sic scheinenzu glauben, die Lebendigkeit und Kraft bestehe inblühenden Phrasen und kleinen Aphorismen und schil-dern all' die gewaltigen Stürme des menschlichenHerzens mit der glatten Zierlichkeit eines Miniatur-malers auf Elfenbein. Nein! diese beiden sindKinder von einer andern Art affcktirtc, aufgcpußtc,wohlgcklcidetc Kinder recht gescheute, recht früh-reife Kinder aber eben Kinder. Ihr Wimmern undihre Sentimentalitäten und ihre Selbstgefälligkeit undihre Eitelkeit können männliche Geister nicht anziehcn,die da wissen, was das Leben mit seinen ernsten Auf-gaben und Zwecken ist."

Ihr Schwager," versetzte Maltravcrs mit einen!

*) Zu der Zeit, in welche diese Unterredung Mt,hatte die spätere Schule, deren Zierde Viktor Hugo,der bei seltsam verschrobene» Begriffen von Kunst,doch ein Man» von großem Genius ist, sich nochnicht zu ihrem jetzigen zweideutigen Ruf erhoben.