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von Pocsieen in einer andern Sprache zn bcurtheilcn,selbst wenn man diese Sprache recht gut kennt — soviel liegt an dem unübersetzbaren Zauber des Aus-drucks/ an den kleinen Feinheiten und Reizen desStpls. Aber Maltravers, wie er selbst gesagt, frischherkommcnd von dem Studium großer und originellerDichter, konnte sich nicht verbergen, daß er zwar wohl-klingende, aber im Grunde schwache, mittelmäßigeGedichte anhörc. Es war die Poesie der Worte, nichtdes Wesens. Es schien ihm jedoch grausam, hyper-kritisch seyn zn wollen, und er ließ alle Gemeinplätzedes Lobes vernehmen, die ihm cinficlcn. Der jungeMann war entzückt; „und doch," sagte er mit einemSeufzer, „habe ich kein Publikum. Zn England würdeman mich schätzen." Ach! in England waren in diesemAugenblick fünfhundert Poeten, eben so jung, eben soglühend, und noch begabter, deren Herzen von dem-selben Verlangen schlugen — deren Nerven von dengleichen fchlgcschlagenen Hoffnungen gebrochen wurden!
Maltravcrs fand, daß sein junger Freund keinemUrthcil sein Ohr leihen würde, das nicht vollkommengünstig und beifällig lautete. Der Erzbischof im GilBlas war nicht empfindlicher gegen jedes Urthcil, dasnicht ein Pancgyrikus war, als er. Maltravers hieltdieß für ein schlimmes Zeichen, aber er erinnerte sichan den Gil Blas und enthielt sich klüglich, seinerseitsden wohlwollenden Wunsch laut werden zu lassen:beaiiconp <Iv bonlieur et un pe» plus «le bon gäut.Nachdem Cäsarini mit seinem Lesen zu Ende war,