95
er spi'cltc gleichsam mit seinem eignen ungeduldige» Be-gehren. Und Maltravcrs, um ihm den Weg zu ebnen,schlug eine Spazierfahrt auf dem See vor.
„Einer von meinen Leuten soll rudern," sagte er.„Sic sollen mir rczitiren. und ich will Ihnen scyn, wasder alte Hansmcistcr dem Molicrc war."
Maltravcrs hatte eine tiefe Gutherzigkeit, wenner von der rechten Seite gefaßt und wirklich gerührtwurde, obwohl keinen Ucbcrfluß an dem was manGefälligkeit nennt, die auf der Oberfläche schwimmtund Alles gleicherweise anlächclt. Er besaß viel vonder Milch der Menschenfreundlichkeit, aber wenig vonihrem Ocl.
Der Dichter willigte ein und bald waren sie aufdem Sec. Es war ein schwüler Tag und schon Mittag;so glitt das Boot langsam am Schatten der Küste hin,und Cäsarini holte ans seiner Brusttasche einige Hand-schriften , mit kleiner und schöner Schrift bedeckt. Werkennt nicht die Mühe, die sich ein junger Dichter gibt,um seinen geliebten Versen ein schönes Kleid anzu-zichcn?
Cäsarini las gut und mit Empfindung. Alles warzu Gunsten des Vorlcsendcn; sein eigenes poetischesAussehen — seine Stimme, sein Enthusiasmus, halbgedämpft — das schon zuvor erregte Zntcrrcfsc desZuhörers — die traumhafte Lieblichkeit der Stundeund der Umgebung — (denn bei solchen Dingen machtdie Zeit ungemein viel!) — Maltravcrs hörte auf-merksam zu. Es ist sehr schwer, genau das Verdienst