Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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ach Ruhm vielleicht sind es wenige Männer vonwirklichem Genius, che sie künstlich dazu gestacheltwerden. In einem gesunden, wohlgeordneten Geist,dessen Gaben alle in einem schönen Gleichgewicht stehen,herrscht ein rnhigcs Bewußtsein der Kraft, eine Ge-wißheit, daß, wenn er seine Stärke wirklich zur An-wendung bringt, er auch das gewöhnliche Resultat derStärke erreichen müsse. Begabte Männer zweitenRangs dagegen sind hastig und aufgeregt, und trachtenund jagen nach einer Berühmtheit, welche sic nichtnach ihren eigenen Talenten, sondern nach den Talentenvon irgend sonst Jemand schätzen. Sic sehen einen Thurm,aber sic beschäftigen sich dann nur damit, seinen Schattenzu messen, und meinen, ihre eigene Höhe (die sic nie ans-messcn) könne wohl einen eben so breiten über die Erdehinwcrfen. Der klcingcwachscne Mensch ist cs, der immersei» Kinn in die Höhe wirft und bolzgcrad sich hin-stclll. Der Großgewachscne geht geblickt, und derStarke übt sich nicht immer mit Schwnngkugcln.

Maltravcrs, wie gesagt, hatte bis jetzt noch nichtdie scharfe, nagende Gier nach Ruhm; er hatte nochnicht seine Süßigkeit und Bitterkeit geschmeckt einverhängnißvollcr Trank, der, einmal gekostet, nur zuoft einen unersättliche» Durst erzeugt ; noch auch hatteer Feinde und Vcrläumdcr, die er durch Verdienst znbeschämen hätte wünschen können. Und auch dieß isteine sehr gewöhnliche Triebfeder zur Kraftcntwicklnngbei stolzen Gcmüthcrn. Er galt zwar im Allgemeinenfür einen tüchtigen Kopf und die Dummen fürchteten