Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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von dcr männlichen Würde, welche den Lombardenvon dem südlicheren Italiener unterscheidet, und et-was von dem französischen Schliff, ohne welchen dieBewohner von Mailand selten bleiben. Dem Standnach gehörten sic offenbar der mittler» Klaffe an; dennMailand hat einen Mittelstand, nnd zwar einen solchen,dcr für die Zukunft Bedeutendes erwarten und hoffenläßt. Aber sic waren keineswegs ausgezeichnet vortausend andern Mailändern, welche-Maltravers aufden Straßen nnd in den Kaffeehäusern ihrer cdclnStadt gesehen hatte. Dcr Wirth war etwas interes-santer. Er war ein großer, schöner Mann, von etwaachtundvicrzig Jahren, mit hoher Stirne und Zügen,welche das scharfe Gepräge strenge» und nüchternenDenkens trugen. Er hatte in seinem Wesen wenigvon dcr französischen Lebhaftigkeit, und auch ohne daßman sei» Gesicht gesehen, hätte man von selbst gespürt,daß er dcr Acltcste in dcr Gesellschaft war. SeineGattin war wenigstens .vierundzwanzig Jahre jüngerals er, fröhlich und lustig wie ein Kind, aber miteiner gewisse» weiblichen, bezaubernden Sanftheit inihren ungezwungenen Gebcrdcn und ihrer sprühendenHeiterkeit, welche ihrer natürlichen Munterkeit die ge-messenere Forni und Haltung konventioneller Feinheitzu verleihen schien. Dunkles, kunstlos geordnetesHaar, eine offene Stirne, große, schwarze, lachendeAugen, eine schmale gerade Nase, eine Gesichtsfarbe,die durch ein schwindendes aber immer wicdcrkchrcndesErröthcn über die Olivcnfarbe erhöht wurde; eine