Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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denn von der Musik als Wissenschaft verstehen dieLiebhaber, die sich nur zum Genuß darauf legen, nurwenig. So eitel und anmaßend auf das letzte Uebcr-blcibscl ihres Nationalgcnius, wie die alten Römer cSwaren auf ihre Herrschaft im Reich aller Künste unddurch die Macht der Waffen, sehen sic auf die Musikanderer Länder als barbarisch herab; sic sind unfähigder Würdigung, oder auch nur des Verständnisses derWürdigung der gewaltigen deutschen Musik, welche dieeigentliche Tondichtung einer Nation von Männernist eine Musik der Philosophie, des Hcldenthums,des Geistes und der Phantasie, neben welcher die Ton-schöpfungcn des modernen Italiens in der That wei-bisch, fantastisch und »erkünstelt schwach erscheinen.Rossini ist der Canova der Musik, der viel Zierlichesund Hübsches, aber nichts Großes bat.

Die kleine Gesellschaft jedoch besprach sich überMusik mit einer Lebhaftigkeit und Geschmack, daß dermelancholische Mal-travcrs davon bezaubert ward, derseit Wochen keine Gesellschaft gekannt hatte, als seineeigenen Gedanken, und bei welchem jederzeit Begeiste-rung für irgend eine Kunst lebhafte» Anklang fand.Er hörte aufmerksam zu, sprach aber selbst wenig; undVon Zeit zu Zeit, so oft die Unterhaltung etwas min-der lebhaft wurde, unterhielt er sich damit, daß erdie Gesellschaft etwas genauer ins Auge faßte. Diesechs Mailänder hatten nichts Auffallendes im Gesichtoder im Gespräch sic besaßen die charakteristischeLebendigkeit und Redseligkeit ihrer Landsleute, etwas