Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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verlasse das Zimmer, und Alles, was ich Ihnen jetztsagen wollte, bleibt für immer ungesagt."

Maltravcrs stand ebenfalls auf, kreuzte stolz seineArme, biß sich in die Lippe und stand aufgcrichtct undsic scharf betrachtend, Valerien gegenüber mehr mitder Haltung eines Anklägers, als eines Flehenden.

Madame," sagte er ernst,ich will meine Sün-den nicht weiter treiben ich will Ihrem Benehmenvertrauen, da ich Ihren Worten nicht glauben kann."

Sie sind grausam," sagte Valerie schmerzhaftlächelnd;aber das sind alle Männer. Lassen Siemich jetzt gegen Sie anssprcchcn. Ich ward in meinerKindheit schon mit Herrn von St. Vcntadonr verlobt.2ch sah ihn erst eine» Monat vor der Heirath. Ichhatte keine Wahl. Französische Mädchen haben keine!Wir wurden vermählt. Ich hatte keine andere Nei-gung gefaßt. Ich war stolz und eitel; Ncichthnm,Ehrgeiz und hoher Rang in der Gesellschaft füllteneine Zeit lang meine Geisteskräfte und mein Herzans. Endlich wurde ich unbehaglich und unglücklich. Ichempfand, daß mir Etwas am Leben fehlte. DieSchwester des Herrn von St. Vcntadonr war dieErste, die mir das gewöhnliche Anskunftsmittcl unseresGeschlechts wenigstens in Frankreich empfahl:einen Liebhaber. Ich, war erstaunt und erschrocken,denn ich, gehörte einer Familie an, in welcher dieFrauen keusch und die Männer tapfer sind. Ich fingjedoch an mich umznschcn und die Wahrheit der Phi-losophie dcö Lasters zu prüfen. Ich fand, daß keine