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Fra», die einen unrechtmäßigen Liebhaber ehrbar andinnig liebte, glücklich war. Ich fand auch die ticf-gegriffcne, aber häßliche Mariine von Rochefoucauldbestätigt, daß eine Frau — ich ndc von französischenFrauen — ohne einen Liebhaber leben kann, aber daßsic, wenn sic sich einmal Einen gestattet hat, nie blosmit Einem durchs Leben geht. Sic wird verlasse»;sic kann die Qual und die Einsamkeit nicht ertragen;sie füllt die Leere ans durch ein zweites Idol. Fürsie gibt cs keinen Fall von der Höhe der Tugendmehr — cs ist ein unwillkürliches allmäligcs Hcrab-glciten von Sünde zu Sünde, bis das Alter heran-kommt und sie der Liebe und der Achtung verlustigfitzen laßt. Ich beobachtete und urthcilte kalt, dennmeine Leidenschaften verblendeten meine Verminst nicht.Ich konnte die Egoisten »in mich her nicht lieben. Ichfaßte einen festen Entschluß über die Bahn, die ichverfolgen wollte — und jetzt, in der Versnchung, willich ihm anch treu bleiben. Die Tugend ist meineLiebe, mein Stolz, mein Trost, das Leben meinesLebens. Lieben Sie mich und wollen mich diesesSchatzes berauben? Ich sah Sic und zum erstenmalempfand ich eine unbestimmte, mich gleichsam berau-schende Thcilnahmc an einer fremden Person; aber ichdachte nicht im Traum an Gefahr. Im weiterenVerlauf unserer Bekanntschaft bildete ich mir einenentzückenden, romantischen Traum aus. Ich wollte Ihrefesteste, wahrste Freundin werden — Ihre Vertrauteund Nathgcbcrin — vielleicht in gewissen Epochen des