Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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komm' unverzüglich zu mir herüber. Aber wenn ichDich vor einer gesetzlichen Verbindung warne, wieviel mehr vor einer unerlaubten; Du stehst gerade indem Alter und hast gerade das Tcmparamcnt, welchedie Versuchung so stark und so tödtlich machen. BeiDir konnte es nicht die Versündigung einer Stunde,sondern die Knechtschaft eines Lebens werden. Ichkenne Dein ritterliches Ehrgefühl Dein zärtlichesHerz; ich weiß, welche Treue Du einem Wesen be-wahren würdest, das sich Dir geopfert. Aber solch'eine Treue, Maltravcrs, zu welch' einem Leben ver-geudeter Talente und Thatkraft würde sic Dich zwin-gen! Was ist so verderblich für ein kühnes undstolzes Gcmiith, als sich gleich beim ersten Eintrittin's Leben im Krieg gegenüber der Gesellschaft z»finden! Was wirkt so lähmend und zerstörend aufmännliche Bestrebungen und Zwecke, als in die Händeeines Weibes, dem an Deiner Liebe, aber nicht anDeinem Ruhme gelegen ist, die Leitung und ZügelDeines künftigen Geschickes zu legen! Ich könnte nochEhr sagen, aber ich hoffe zuversichtlich, was ich ge-sagt habe, ist überflüssig; wenn dich ist, sey so gutund gib mir die Versicherung davon. Verlaß Dichdarauf, Ernst Maltravcrs, daß dann, wenn Du Dasnicht leistest, was die Natur Dir als Deine Lebens-aufgabe znwics, Du ein krankhafter Misanthrop oderein träger Wollüstling werden wirst elend und ver-drießlich als Mann reuevoll wimmernd und freudlosBulwer's Romane. l-XIll. 4