Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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von dcn Lippen der beobachtenden, hochgebildeten Va-lerie. Welchen ncncn Schritt in der Philosophie desLebens thnt ei» jnnger Mann von Geist, wenn er daserstemal seine Theorien nnd Erfahrungen mit demVerstand einer gescheuten Frau von der Welt ver-gleicht! Vielleicht wird er dadurch nicht eben gehoben,aber in welchem Grad aufgeklärt und aufmerksam ge-macht! welche zahllose kleine nnd doch wichtige Myste-rien, den menschlichen Charakter nnd praktische Weisheitbetreffend, schöpft er, ohne cs selbst zu wissen, ausder blendenden Persiflage einer solchen Gesellschafterin!Ohne diese Schule 'wird unsere Bildung kaum je voll-endet !

Und so meine» Sic denn, jene stattlichen Römerscycn im Ganze» doch uns nicht so unähnlich gewesen?"sagte Valerie eines Tags, als sie über dasselbe Landnnd dasselbe Meer hinschantcn, woran sich einst dasAuge dcö üppigen aber grvsisinnigcn Lnkull geweidet.

In dcn letzten Zeiten ihrer Republik könnte unsein cm»,, cloeil ihres geselligen Zustandes im Allge-meinen ein Bild von dem »nsrigcn gewähren. IhrSystem wie das »nsrigc eine gewaltige Aristokratiemehr als eine Monarchie; eine Aristokratie, gehoben undbeunruhigt, aber auch in ihrem Ehrgeiz nnd in ihrergeistigen Thätigkcit in Athcm gehalten durch den großendemokratischen Occan, der unter ihr nnd um sic herbrauste. Ein ungeheurer Abstand zwischen Reichenund Armen ein verschwenderischer, reicher, vornehmerzogener, doch nicht allzufcin gebildeter Adel; ein