Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
23
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Um von dieser Abschweifung zurückzukchrcnMaltravcrs war froh, daß er in seiner eigenen Sprachemit Frau von St. Bcntadour reden konnte; und ihreUnterhaltung fing zwar in der Regel französisch an,ging dann aber ins Englische über. Frau von St.Vcntadour war beredt und Maltravcrs war cs auch;und dennoch konnte man keinen vollständigeren Kontrastdenken, als der zwischen ihren geistigen Ansichten undihrer Eigeuthiimlichkcit im Umgangslcbcn Satt fand.Frau von St. Ventadour betrachtete alle Dinge vondem Gesichtspunkte einer Frau der Welt; fic war glan-zend, sinnig und nicht ohne eine gewisse Zartheit undFeinheit des Gefühls; aber Alles war in die Formder großen Welt gegossen. Sic hatte ihre Bildungempfangen von den Einflüssen der Gesellschaft und ihrGeist vcrläugncte diese Schule nicht. Witzig und me-lancholisch zugleich (eine nicht so seltene Verbindung 0war sie eine Schülerin der trüben, aber kaustischenPhilosophie, welche die Tochter der Ucbcrsättigung ist.Bei dem Leben, das sic führte, war weder ihr Herznoch ihr Kopf beschäftigt; die Fähigkeiten beider wur-den zwar angeregt, aber nicht befriedigt oder gehörigverwendet. Sic empfand mit einer etwas krankhaftenVerstimmung die Hohlheit der großen Welt und hegteeine geringe Meinung von der menschlichen Natur. Inder That, sie war eine Frau der französischen Me-moiren eine jener reizenden und geistreichen Aspasicndes Boudoirs, die Einen anzichc» durch ihre Feinheit,Takt und Anmuth, ihren ausnehmend gebildeten Ton