Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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Dicß war ganz besonders bei Maltradcrs derFall; denn außerdem, daß er jetzt der sorglosen undunbekümmerten Jugend entwachsen und z» einem stolze»und wählerischen Mann gereift war, hatte er eine na-türliche Neigung für das Schickliche. Diese Neigungoffenbarte sich, ohne daß er wußte und wollte, inKleinigkeiten; sic ist die natürliche Mutter des gutenGeschmacks. Und cs war wirklich angcborncr guterGeschmack, was Ernst von seiner natürlichen Unbe»kümmcrthcit in solchen das Acnßcrc der Person be-treffenden Sachen znrückbrachtc, in welche junge Männergewöhnlich einen gewissen Stolz setzen. Eine regel-mäßige, soldatcnhaftc Genauigkeit in seinem Anzugund Liebe zur Ordnung und Symmetrie vertraten beiihm die Stelle sorgfältiger Aufmerksamkeit ans Klei-dung und Equipirnng.

Maltravcrs hatte sich nicht zweimal in seinemLeben darüber besonnen: ob er schön sey oder nicht;und wie die meisten Männer, welche das schone Ge-schlecht kennen, wußte er, daß die Schönheit wenigdazu beiträgt, daß man die Liebe der Frauen für sichgewinnt. Die Haltung, das Benehmen, der Ton,das Gespräch, jenes Etwas, das intercssirt und jenesEtwas, worauf man stolz scyn kann das sind dieEigenschaften, die dem Mann vonnöthcn sind, umLiebe zu erwerben. Und derschöne Mann" ist neun-mal unter zehn nicht viel mehr als das Orakel seinerTanten und Basen und der bewunderte und geprieseneHeld der Mägde!