Ich wollte ihn wohl bitten, Deiner zu schonen, obererwird nicht auf mich achten. Mejnour! empfange DeinenZögling!" Glyndonwandte sich, und das Herz schlug ihm,als er sah, daß der Unbekannte, dessen Schritte er aufden Kieseln nicht gehört, dessen Annäherung er im Mond-scheine nicht gesehen hatte, wieder an seiner Seite stand!
„Lebe wohl," begann wieder Zanoni; „Deine Prü-fungbeginnt. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, wirstDu das Opfer oder der Sieger sehn!"
GlyndonS Augen folgten der sich entfernenden Ge-stalt des geheimnißvollen Mannes. Er sah ihn in dasBoot steigen, und jetzt erst bemerkte er, daß neben denRuderern eine Frau sich darin befand < welche aufstand,als Zanoni das Boot erreichte. Selbst in der Entfernungerkannte er die einst angebetete Gestalt Viola'S. Siewinkte ihm mit der Hand, »nd durch die stille, glänzendeLust drang ihre Stimme, traurig und süß, in der Spracheihrer Mutter : „Lebe wohl, Elarence ich vergebe Dir! —lebe wohl! lebe wohl!"
Er versuchte zu antworten, aber die Stimme berührteeine Saite seines Herzens, und die Worte versagten ihm.So war also Viola verloren auf immer; fort mit diesemunheimlichen Fremden; Finsterniß umgab ihr Loos! Under selbst hatte ihr Schicksal und sein eigenes entschieden!Das Boot flog dahin, die linden Wellen schimmerten undleuchteten unter den Ruderschlägen, und Ein mondbe-schienener Sapphirstreifcn bezeichnet- die Bahn, auf wel-cher das schwache Fahrzeug die Liebenden dahintrug. Wei-