Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
Seite
107
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Pfand Zanoni wirklich Liebe für Viola? Liebe! und dochihm den Antrag machen, sie ihm abzutreten! einem Ne-benbuhler/ den seine Künste doch nothwendig hätten aus-stechen müssen. Er kam nicht mehr auf den Glauben zu-rück, daß Zanoni oder Viola ihn durch Neberlistung zurHeirath hätten verleiten wollen. Seine Furcht und scheueAchtung vor dem Elfteren untersagten ihm jetzt den Ge-danken an einen so armseligen Betrug. Liebte er selbstViola noch? Nein, als er diesen Morgen von ihrerGefahr gehört, da kehrten allerdings die Sympathien unddie Besorgnisse der Zärtlichkeit in seine Seele zurück; abermit dem Tode des Fürsten erblich ihr Bild wieder in sei-nem Herzen, und er empfand keinen eifersüchtigen Schmerzbei dem Gedanken, daß sie von Zanoni gerettet wordendaß sie in diesem Augenblick vielleicht unter seinem Dachesey. Wer je in seinem Leben der allvcrschlingenden Lei-denschaft des Spieles sich hingegeben, wird sich erinnern,wie alle andere Bestrebungen und Zwecke aus seinem Ge-müthe schwanden; wie einzig er versunken war in denEinen wilden Taumel, mit welchem Scepter einer magi-schen Gewalt dieser despotische Dämon alle Gefühle undGedanken beherrschte. Weit heftiger als die Leidenschaftdes Spielers war das wahnsinnige aber erhabene Ver-langen, welches GlyndonS Brust beherrschte. Er wollteder Nebenbuhler Zanoni's werden, nicht in menschlichen,vergänglichen Neigungen und Gefühlen, sondern in über-natürlicher, ewiger Erkenntniß und Weisheit. Er hätte

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