Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
Seite
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Empfindung, daß noch eine Schranke zwischen Liebe undLiebe sey.Oh, Zanoni!" flüsterte fie mit niedergeschla-genen Auge»,bitte mich nicht, mit Dir zu fliehen, ver-suche mich nicht zu meiner Schaam. Du wolltest michvor Andern schützen. Oh! schütze mich vor Dir selbst!"

Arme Waise!" sagte er zärtlich,und kannst Duglauben, ich verlange von Dir irgend ein Opfer undgar das größte, das ein Weib der Liebe bringen kann?Als mein Weib möchte ich Dich an mich fesseln, mit allenBanden, allen Gelübden, welche die Zärtlichkeit heiligenund thcuer machen können. Ach! sie haben in der Thatdie Liebe bei Dir verläumdct, wenn Du die Religion nichtkennst, die zu ihr gehört! Die wahrhaft lieben, die suchengern für den Schatz, den sie erlangen, jedes Band undPfand, um sich seiner auf immer zu versichern, Viola,weine nicht, wenn Du mir nicht das heilige Recht gibst,Deine Thränen wcgzuküffcn,"

Und das schöne Antlitz, nicht mehr abgewcndet, sankan seine Brust; und wie er sich bückte, suchten seine Lip-pen den rosigen Mund; ein langer, brennender KußGefahr Leben die Welt war vergessen! Plötzlichriß sich Zanoni von ihr los,

Hörst Du den Wind, wie er seufzt und dahinstirbt?Wie dieser Wind, so ist meine Macht, Dich zu rette»,Dich zu behüten, das Gewitter an Deinem Himmel vor-herzusehen, verschwunden. Einerlei. Eile, eile; und mögedie Liebe den Verlust von Allem ersetzen, was sie zu opferngewagt hat! Komm!"