Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
Seite
8
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welcher Du mein Herz beherrschest in seiner Ebbe undFluth. Tausende waren um mich her, und ich sah nurDich. Das war die Nacht, wo ich zuerst in die Welt ein-trat, welche das Leben in ein Drama bannt, nnd keineandere Sprache hat als Musik. Wie seltsam und wieplötzlich verschlang sich diese Welt immer mehr mit Dir!Was den Andern die Täuschung der Bühne, das warmir Deine Gegenwart. Auch mein Leben schien sich injene kurzen Stunden zusammcuzudräugen, und von Dei-nen Lippen hörte ich eine Mnsik, nnvernehmlich fürjedes Ohr, außer das mcinige. Ich sitze in dem Zim-mer, das mein Vater bewohnte. Hier verkroch ich michin jener glücklichen Nacht, vergessend, warum sic soglücklich war, in den Schatten und suchte zu errathen,was Du mir scyest; und meiner Mutter leise Stimmeweckte mich, und ich schmiegte mich an meines VatersSeite fest fest aus Furcht vor meinen eigenen Ge-danken.

Ach! süß und traurig war der Morgen nach jenerNacht, wo Dein Mund mich vor der Zukunft warnte.Jetzt eine Waise Wer lebt mir noch, an den ich den-ken, von dem ich träumen, den ich verehren kann, alsDu?"

Wie zärtliche Vorwürfe hast Du mir gemacht we-gen des bittern Unrechts, das ich Dir in meinen Gedan-ken that! Warum mußte ich schaudern, als ich fühlte,wie Du auf meine Gedanken schautest, wie der Sonnen-strahl auf den einsamen Baum, mit dem Du mich einmal