Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
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zu schlüpfen sein Hund war ihm Führer und sichauf seinenLieblingsplatz zu setzen, der untergehenden Sonnegegenüber. Dies geschah nicht sowohl wegen der Heilig-keit des Ortes, oder der Betrachtungen, die er einflößenkonnte, als weil es der nächste, der sicherste und der ein-samste Platz tu der Nachbarschaft seines Hauses war, woder blinde Mann freie Lust schöpfen und sich im Licht desHimmels wärmen konnte. Bisher hatte er das Kind nichtmitgenommen, weil er dachte, eS sey trübselig für sie; inder That war Fanny gewöhnlich um die Stunde seineseinförmigen Spaziergangs ins Bett geschickt worden. Jetzterhielt sie Erlaubniß, ihn zu begleiten; und der Greis unddas Kind pflegten da neben einander zu sitzen, wie Alterund Jugend in den Gräbern unten neben einander ruhten.Das erste Merkmal von kindischem Interesse und Neugier,das man an Fanny bemerkte, ward durch das Leiden ihresBeschützers geweckt. Eines Abends, wie sie so da saßen,ließ sie sich von ihm den Jammer der Blindheit erklären.Sie schien ihn zu verstehen, obgleich er seine Klagen ihrerFassungskraft anzubequemen sich nicht die Mühe gab.

Fanny versteht// sagte fie rührend;denn sie istauch blind, hier;" und sie preßte ihre Händchen an dieSchläfe.

Trotz ihrer Schweigsamkeit und ihrer sonderbarenArt, und obgleich Simon die ausnehmende Holdseligkeitnicht sehen konnte, womit die Natur, wie in reuigem Er-barmen, ihr Aeußercs verschwenderisch ausgestattet, lernteer sie doch bald inniger lieben, als er je bisher geliebt hatte;