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„Erinnere Dich, daß er wünschte, daß ich Dich hierlasse!" flüsterte Morton, eines Zuspruchs sich bedienend,der seine Wirkung nie verfehlte. „Wir müssen ihm gehor-chen — und so: Gott segne Dich, Fanny!"
Er stand auf und ging an dicThürc; das Kind machtedie Angen ans und starrte ihn mit gespanntem, schmerz-lichem, flehendem Blick an; ihre Lippen bewegten sich,aber sie sprach nicht. Morton konnte diesen stummen Jam-mer nicht ertragen. Er versuchte, sie tröstend anzulächeln,aber das Lächeln wollte nicht kommen. Er schloß dic Thüreund eilte aus dem Hause.
Von diesem Tag versank Fanny in eine Art fortwäh-render, trüber, lebloser Starrsucht, ähnlich der einerSom-nambule, die der Magnetiseur zu wecken vergißt. Bisherhatte in alle Ereentricitälcn oder Mängel ihres Geisteseine wilde und phantastische Lustigkeit hereingespiclt. Diewar verschwunden. Sie sprach wenig — sic spielte nie —kein Spielzeug konnte sie reizen — selbst der arme Hundgewann ihr keine Aufmerksamkeit ab. Wenn man sie etwasthun hieß, starrte sie leer vor sich hin und rührte sich nicht.Sielegte jedoch eine Art stummer Achtung gegen den altenblinden Mann an den Tag; sie kroch an seine Kniee heranund saß da Stunden lang, selten antwortend, wenn er zuihr sprach, aber unbehaglich, ängstlich und unruhig, wenner sie verließ.
„Wollt Ihr auch sterben?" fragte sic einmal; derAlte verstand sie nicht, und sie suchte sich nicht zu erklären.Eines Morgens früh, einige Tage, nachdem Morton weg