Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
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Sohn gegen den Vater mochte begangen haben, wenner dem Herde des alten Mannes ein so süßes Pflegkindzuwies?

Die Seltsamkeit und Eigenthümlichkeit von FannysGemüth und Charakter jedoch machten ihn noch ängstli-cher, als er sonst wohl gewesen wäre. Gewiß verdientesie die rauhe Bezeichnung: schwachsinnig oder blöd-sinnig, nicht, aber sie war verschieden von allen andernKindern; sie empfand und fühlte schärfer als die Meistenihres Alters, aber das Denken konnte man ihr nicht bei-Lringen. Es war etwas O.ueres oder Mangelhaftes inihrem Geist, was die traurigsten Besorgnisse rechtfertigte;und doch, oft, wenn eine unordentliche, unzusammenhän-gende, unerklärliche Reihe von Ideen den Zuhörer aufstrübste stimmte, folgten darauf Einfälle und Phantasieen,so wunderbar ansprechend in ihrer Seltsamkeit, oder Ge-fühle, so herzgewinnend durch ihre Zartheit, daß sieplötzlich ebenso hoch über, wie unmittelbar vorher unterdem gewöhnlichen Maß kindischer Fassungskraft zu stehenschien. Sie war wie ein Geschöpf, dem die Natur ineiner grausamen aber heitern Laune Alles gegeben, waszur Poesie gehört, aber Alles versagt hat, was zum gemei-nen, im Menschenleben »öthigcn Verstand gehört; oderwie ein untergeschobenes Feenkind, freilich nicht nach demgemeinen Aberglauben boshaft und mißgestaltet, sondernholdseliger als die Kinder der Menschen, umschwebt vondämmernden, kämpfenden Erinnerungen und Bildern eineszarteren und feineren DaseynS, aber gänzlich unfähig,Bulwcr'S Romane, X0I. g