Einer von den Polizeibeamten trat wieder ein.
„Wir find fertig, Madame. Er ist nicht hier. Aha!der Vorhang dort!"
„Es ist das Bett von Madame," sagte Francois,„aber ich habe schon dahinter nachgesehen."
„Es thut mir sehr leid, daß wir Euch gestört haben,"sagte der Polizeibeamte, mit der Antwort zufrieden. „Aberwir bekommen ihn schon noch." lind er zog sich zurück.
Die letzten Schritte verhallten, die letzte Thüre derZimmer schloß sich hinter den Polizeibeamten, und Euge-nik und ihr Diener standen allein da, einander anstarrend.
„Ihr könnt Euch jetzt entfernen," sagte sie endlich,nahm ihre Börse vom Tisch, und legte sie in seine Hände.
Der Mann nahm sie mit einem bedeutungsvollenBlick.
„Madame kann auf meine Verschwiegenheit bauen!"
Eugenie war wieder allein. Diese Worte klangenihr noch im Ohr — Eugenie de Mcrville sollte sich ver-lassen müssen auf die Verschwiegenheit ihres Lakaien! Siesank auf ihren Sessel, und da auf die Aufregung Erschö-pfung folgte, stützte sie ihr Angesicht auf ihre Hände undbrach in Thränen aus. Sie ward aufgeschreckt durch eineleise Stimme, schaute auf, und der junge Mann knietezu ihren Füßen.
„Geht — geht!" sagte sie, „ich habe für Euch allesgethan, was ich kann. Ihr habt gehört — Ihr habtgehört — mein eigner Miethling dazu! Mit Gefahr mei-nes guten Namens sehd Jhr gerettet. Geht!"