Und wenn die Leute zu lang ini Sterben liegen, so fangendiejenigen, welche von ihnen geplagt und in Unruhe ge-setzt werden, an jenes nur zu oft heuchlerisch gebrauchteWort: „eine glückliche Erlösung!" zu denleu an. So be-kümmerte sich jetzt die erschöpfte, halb verhungerte Fraukeinen Strohhalm um den sterbenden Gatten, den sie vorein paar Jahren zu lieben und zu hegen in kranken undgesunde» Tagen, gelobt hatte. Doch aber schien sie sichnoch zu bekümmern, denn sie ächzte, und wimmerte undweinte, als der Athem des Mannes immer schwächer undschwächer wurde.
„Ach, Jean!" sagte sie schluchzend, „was wird auSmir werden, einer armen, einsamenWittwe, die Niemandhat, der ihr ihr Brod verdient?" Und in diesem Gedankengeberdete sie sich noch jämmerlicher als zuvor.
„Ich werde steif!" sagte der Sterbende, und ließ seinegeisterhaften Augen überall umlaufen. „Wie heiß es ist!Oesfile das Fenster; ich möchte gern das Licht — dasTageslicht noch einmal sehen!"
^Ron viou! was für Einfälle und Launen er hat,der arme Mann!" murmelte die Frau, ohne sich zu rühren.
Der Elende streckte seine knöcherne Hand aus undfaßte seiner Frau Arni.'
„Ich werde Dich nicht lange mehr belästigen, Marie!— Luft! Luft!"
„Jean, es wird Dich kränker machen — zudem werdeich von einer Erkältung den Tod haben. Ich habe kaum