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ich so oft dargestellt/ was Liebe sehn sollte, sie nie selbstempfunden habe! Und jetzt—und jetzt," fuhr sie fort,halb aufstehend und mit einem natürlichen Schmerzgefühl— „jetzt bin ich nicht mehr in meiner ersten Jugend. Wennich liebte — würde ich wieder geliebt werden? Wie glück-lich dies junge Paar schien! — sie sind nie allein!"
In diesem Augenblick hörte man in einiger Entfer-nung das Krachen von Feuerwaffen — dann noch einmal!Eugenie fuhr auf und rief ihrem Diener, der mit einemfür die Nacht gemietheten Aufwärter beschäftigt war, dieUeberbleibsel des Festes wegzuräumen und dabei auch zukosten. „Was ist das — zu dieser Stunde? — öffnet dasFenster und schaut hinaus!"
„Ich sehe Nichts, Madame!"
„Noch einmal — daS ist das dritte Mal. Geht aufdie Straße und seht nach — es muß Jemand in Gefahrsehn."
Der Diener und der Aufwärter, Beide neugierig undnicht geneigt sich zu trennen, eilten die Treppe hinab undvon da auf die Straße.
Mittlerweile hatte Morton vergebens an BirniesFenster gerüttelt, welches der Verräther zuvor geschloffenund verriegelt hatte, um seinem beabsichtigten Opfer dieFlucht unmöglich zu machen, und kroch dann rasch das Dachentlang, durch die Brüstung nicht nur den Schüssen sondernauch dem Auge des Feindes entzogen. Aber gerade als erden Punkt erreicht hatte, wo das Gäßchen mit der ansto-ßenden breiten Straße einen Winkel machte, warf er einen