Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
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der Inhaberin war ganz in Harmonie mit dem Gemach.Sie zeichnete sich aus durch eine charakteristische Anmuth,welche die Schriftsteller, in Ermanglung eines bessernPrädikats, gern als klassisch oder antik bezeichnen. IhreGesichtsfarbe, in dieser Beleuchtung noch blässer erschei-nend als gewöhnlich, war doch sanft und zart die Zügeschön geschnitten, aber klein und weiblich. Das Angesichtbesaß jenen seltensten Zauber: die Bereinigung von Geistmit sanfter Güte die dunkeln blauen Augen waren ernst,vielleicht schwermüthig, in ihrem Ausdruck; aber die langendunkeln Wimper und die Form der Augen selbst, die mehrlang als voll waren, gaben dem daraus sprechenden Geisteine Sanftheit, die sich schmachtender Weichheit näherte,und dieser Ausdruck ward vielleicht noch verstärkt durchjenen leisen Schatten um die Angenringe und darunter, denman häufig bei Solchen findet, die den Geist oder das Herzzu sehr angestrengt. Der Umriß des Gesichts hatte, ohnescharf und eckigt zu seyn,boch etwas von der Rundung derersten Jugend verloren; und die Hand, auf welche sie sichstützte, war vielleicht doch gar zu weiß, zu zart für dieSchönheit, welche zur Gesundheit gehört; aber Hals undBüste waren von ausnehmendem Ebenmaß.

Ich bin nicht glücklich," murmelte Eugenie vor sichhin,und doch weiß ich kaum selbst, warum nicht. Verhältes sich wirklich so, wie wir Romane schreibenden Frauenso lange gesagt und wiederholt haben, bis das Wort ganzabgedroschen geworden, daß die Bestimmung der Frauennicht Ruhm sondern Liebe ist? Seltsam dann, daß ich, dieBnlwer's Romane. XVI. 7