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hatte, — Monsieur Favart war ein Mann vom wachsam-sten Scharfsinn, von der unermüdlichsten Spürkraft, undvon einem Mnthe, der vielleicht gewöhnlicher ist, als manglaubt. Es ist ein gewöhnlicher Jrrthnm, zn-glauben:Muth bedeute Muth in Allem. Man stelle einen Heldenzur See vor eine hohe Barriere, und wenn er kein geüb-ter Jäger ist, wird er erblassen. Man stelle einen Fuchs-jäger an eine Bergspalte in der Schweiz, über die derGebirgssohn wie ein Neh springt, und die Knice werdenihm zusammensinken. Die Menschen sind muthig in Ge-fahren, an welche sie sich in der Einbildung oder in derPrariS gewöhnen.
So war denn Monsieur Favart ein Mann von derwagemnthigsten Keckheit, wenn es galt, Spitzbuben undGurgelabschucidcrn entgegen zu treten. Er schüchterte sieein schon mit seinem Blick; und doch wußte man, daß ihnseine Frau die Treppen hinunter geworfen, und als er zurgroßen Armee ausgchobcn wurde, desertirtc er am Abendseiner ersten Schlacht. Das ist, wie die Moralisten sagen,die Inkonsequenz des Menschen!
Aber Monsieur Favart hatte geschworen, die Falsch-münzer aufzuspüren, und noch war ihm kein Unternehmen,das er begonnen, sehlgeschlagen. Eines Tags trat er mitso stolzerhobenem Angesicht vor seinen Chef, daß dieserdurchdringende Geschäftsmann sogleich zu ihm sagte:
„Ihr habt von unfern Messieurs gehört?"
„Ja wohl; ich werde ihnen heute Nacht einen Besuchmachen."