36
Austerlitz und Mareugo gedient. Die Folge war, daß da»Publikum für ihn statt gegen ihn Partei nahm, und seinllrtheil von der Negierung in dreijähriges Gefängniß ver-wandelt wurde. Denn alle Negierungen in freien Ländernstreben mehr darnach, populär, als gerecht zu sehn.
Nicht sobald war dieser Fall in den Journalen be-richtet, und selbst die ernstesten nahmen Kunde davon —was nicht so gewöhnlich ist beiden scholastischen JournalenFrankreichs — nicht sobald machte er Aufsehen und Sen-sation, und bedeckte den Verbrecher mit einer gewissenCelebrität, als auch die Folge davon bemcrklich wurdein einer sehr ausgedehnten Verbreitung von falschem Geld.
In dem Jahr von dem ich schreibe, war Falschmünzeudas fashionable Verbrechen. Die Polizei war in lebhafte-ster Dhätigkeit; es kam zu ihrer Kenntniß, daß eineBande insbesondere dies Handwerk mit ausgezeichnetemErfolg betreibe. Ihre Ausmnnzung war in der That sogut, so allen Mitbewerbern überlegen, daß ihr Geld oftvom Publikum unbewußt dem ächten Geld vorgezogenwurde. Zugleich betrieben sie ihr Geschäft mit solcher Heim-lichkeit, daß sie jede Nachforschung vereitelten.
Eine ungeheure Belohnung ward von dem BüreauJedem angeboten, der seine Mitschuldigen verrathen würde,und Monsieur Favart ward an die Spitze einer Nachfor-schungs-Commisston gestellt. Dieser Mann war selbst einkaux monnoz cuo gewesen, und ein Adept in der Kunst,und er hatte den gefährlichen Falschmünzer entdeckt, wel-cher das Verbrechen in solchen Nus und Aufnahme gebracht