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gewöhnlichen Abscheulichkeit, welche den Reiz der Neu-heit hat, so haften manche entartete Gemüther daran wieBlutegel. Sie brüten darüber und wälzen sie hin und herin Gedanken; die Idee wächst heran, eine grausige, phan-tastische Monomanie; " und Plötzlich schießt, an hundertverschiednen Orten, das Eine durch die bleiernen Letternausgesäte Saamenkorn in schändlicher Blüthe auf. Wennaber gar das zuerst berichtete, zeugende Verbrechen vonStraflosigkeitbegleitetgewesen: inwieweit höherem Gradeklammert sich dann der Nachahmungstrieb daran an. Un-überlegte Gnade fällt nicht wie Thau, sondern wie eingroßer Hause Dünger aus den heillosen Saamen.
Nun traf es sich, daß zu der Zeit von welcher ichschreibe, oder vielmehr kurz zuvor, in Paris ein höchstgefährlicher Falschmünzer war entdeckt und abgeurtheiltworden. Er hatte das Gewerbe mit einer Geschicklichkeitbetrieben, das selbst dem Frevel Bewunderung erwarb;und überdies hatte er früher mit einiger Auszeichnung bei
* Ein alter spanischer Schriftsteller, der von der Inquisitionbandelt, hat sehr treffende Ben,erklingen über jene Art vonWahnsinn, der, wenn einem bestimmten Werbrechen eineausfallende und schrcckbare Oeffentlichkeit gegeben wird, Leutevon krankhaft gereizter Einbildungskraft dahin bringt, sichselbst desselben anzuklagen. Er bemerkt, daß, als die Grau-samkeit der Inquisition gegen das eingebildete Verbrechender Zauberei am barbarischsten wüthete, dieser eigenthüm-liche Wahnsinn gar Viele trieb, sich selbst der Zaubereianzuklagen. Die Veröffentlichung und Celebrität des Ver-brechens erzeugte das Gelüsten nach dem Verbrechen.