»Was gl'ebt's hier?" fragt' ich, und drängte michin das Gewühl.
»Ein junges Mädchen hat sich ertränkt, Sir."
„Wv? wv? Ich sehe ja nicht-"
„Wir trugen sie in's Wachthaus," siel mir der Po-lizeiwächter ein — „und Aerzte sind um sie herum, ob siesie wieder zum Leben bringen können."
Mir schoß ein fürchterlicher Gedanke durch den Kopf,und so nngegründet, so unwahrscheinlich er mich auchbedünkte, fühlte ich dennoch, daß ich ihn entweder bestä-tigt wissen, oder ihn für immer anfgcben müßte. Ichließ mich von dem Pvlizeiwächter in das Wachthaus füh-ren — ich drängte mich mit ihm durch die Menge derGaffer — ich stand vor dem Leichnam. O Herr des Le-bens! dies Leichengesicht — das schwere, tröpfelnde Haar— die aufgedunsene Gestalt — und all die keusche, jung-fräuliche Schönheit nackt mit einer groben Decks halbverdeckt — und um sie her die theilnahmlosen Aerzte undderen Gehülfen — und die gaffenden Weiber — O welcheine Scene! welch ein Todtenbett! Julie! Julie! Dir istRache worden!
Sie also war es, die ich erblickte — sie, das Opfer,die Selbstzerstörerin! Ich eile hinweg über die schaner-ltche Mittheilung. —Ich schreibe meine eigene Verdamm-niß nieder — ich belege mich selber mit dem Fluche!
In den Kleidern der Leiche hatte sich ein Brief ge-funden; durchnäßt wie er war, konnte ich dessen Schrift-