sprechen, wogegen die Wittwe mir zusagte, daß in ihremHause ich Julie jederzeit würde besuchen dürfen.
Vierzehntes Kapitel.
Während der beiden nächstfolgenden Tage lag ich inanhaltendem Kampfe mit mir selbst. Vermogte ich mitder Liebe, die mir noch immer im Busen brannte, dareinzu willigen, auf Julien zu verzichten? Und andrerseits!vermogte ich es, durfte ich es, Julie von einer ehrsamen,dem Anschein nach Glück verheißenden Verbindung abzu-locken, um sie in einem Liebeshandel verflochten zu hal-ten, der zuletzt doch schimpflich für sie würde ausgehenmüssen? Mir blieb ein Mittelweg —- sollte ich ihn ein-schlagen? sollte ich dem Winke der Schwester Folge lei-sten, und— heirathen? Heirath mit einem zwar schönen,einfachen und liebenswürdigen Mädchen, dem es jedochan vornehmer Abkunft und an Erziehung gebrach, unddie in Gedanken und Lebensweise schwerlich mit mir har-monirte? Sollte ich der Narr meiner eigenen Begierdewerden, und um bloßer Verehrung äußerer Vorzügewillen das erkaufen, was, wie ich deutlich voraussehenkonnte, eine übelzusagende Ehe würde genannt werdenmüssen? Dennoch, dennoch — mit einem Worte, ichkonnte mit mir selber zu keinen» Entschlüsse gelangen. Icherinnerte mich eines alten Freundes und Rathgebers mei-