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einen Verurtheilten dessen Lossprechung. Ist stand ohneWeiteres ans, nahm gelassen meinen Hut, ging zur Thür,und sprach dann erst: „Genug, Julie, wir scheiden fürimmer. Morgen wirst Du zum Letztcnmale von mirHoren."
Ich verließ das Haus und schritt dahin, als ob ichauf Wolken träte. Meine Liebe zu Julien, die längst imAbnehmen gewesen war, schien jetzt gänzlich aus meinemHerzen vertilgt zu sehn. Ich bildete mir ein, Juliensfrühere Zartheit sei) eitel Heuchelei gewesen, und dachtenur an die Zänkerin, der ich entronnen war. Ich wünschtemir Glück dazu, daß sie selber die Kette zerbrochen hatte,und'daß ich jetzt frei, und mit Ehre frei war. Nichtdachte ich damals — o nein! erst als es zu spät war,dachte ich an die Verzweiflung, die sich auf ihrem blaffenAntlitz gewiesen hatte, als der ruhige Ton meiner Ent-schlossenheit in ihr Ohr drang und sie erkannte, daß ichwirklich für immer ihr verloren war. Jetzt steigt jenesBild vor mir ans, und wird mich bis in mein Grab ver-folgen! Ach! ihr bleiches, starrblickendes Antlitz, vondem jede Miene des Stolzes und Zornes gewichen war,und das nur den wilden, ungläubigen, versteinerten Aus-druck verlassener Liebe zeigte — o! wie entsetzlich schwebtes vor meinen Blicken im Wachen wie im Traume! — Esist das Gespenst meines Daseyns, das nimmer, nimmerabläßt mich zu ängstigen. O! hätte ich doch, als esnoch Zeit dazu war, glauben können, glauben wollen, daßVulmer'z Romane. IUXXXII. 10