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Asmodeus aller Orten : eine Erzählung
Entstehung
Seite
136
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ner Jugend zu ihm wollte ich mich begeben, um seineAnsichten von der Sache zu vernehmen.

John Mannering zahlt etwa sechszig Jahre, ist vonsanfter Gemüthsart, freundlichem Wesen, vielerfahren,und einer Moral zug-ethan, die eher ausführbar als strenggenannt werden muß. Er hatte mich früher vor manchemFehltritte bewahrt, meiner Seele jedoch keinen klarenGrundsatz eingeprägt, der mir hätte zum Führer dienenkönnen. Seine eigne Tugend war ohne alles System,sie war das Resultat eines guten, aber keineswegs einesfeurigen Gemüthes. Nicht über eine gewisse Höhe strebteJohn Mannering hinaus, und zwar war dies sein Fallnicht aus Mangel an Hellem Verstände, sondern ansMangel an dem leisesten Hange zur Schwärmerei. Sowie er war, dünkte er mich der beste Rathgeber, den ichkannte, denn er gehörte zu den Wenigen, die sowohl mitunfern-Gefühlen, als mit unseren weltlichen Vvrtheilenzu sympathistren verstehen. Mit ihm besprach ich michausführlich und frei. Sein Rath lag auf der Handich sollte Julien entsagen. Ich kehrte in meine Wohnungzurück, und vernünftelte mit mir selber. Ich begannzwanzig Briefe, und zerriß sie voll Ingrimms einen nachdem andern. Ich konnte nicht umhin, mir Julien alssehnsuchtvoll und verzweifelnd zu denken; und indem ichmir etnredete, nur für sie zu fühlen, bemitleidete ich meineeigene Lage. Endlich siegte die Liebe über jede andereBetrachtung. Ich beschloß, die Wittwe zu besuchen, siezu bitten, mir zu erlauben, mich ehrerbietig um Julie