116
Ruhe des Klostcrlcbcus paßte, — melodisch durch diebalsamische, klare Lust.
Doch dieser Anblick und dieser Laut, so geeignet,lim Milde und Einklang in die Gedanken zu bringen,schienen Schmerz und Wuth in Almamcn zu wecken. Erschlug sich die Brust mit der geballten Faust, und mitdem Schrei: „Gott meiner Väter! bin ich zu spät ge-kommen?" grub er die Sporen bis unter die Räder indie Seiten seines keuchenden Renners. Auf dem Ra-sen hin, durch das duftige Gesträuch, über den kleinen,kicscligen Bach, den Hügel zum Kloster hinauf, sprengteder Israelit. Musa, verwundert und halb widerstrebend,folgte in einiger Entfernung. Deutlicher und nähererschollen die Stimmen des Chores; Heller und freierschimmerten die Lichter aus den gothischcn Fenstern;die Vorhalle der Klostcrkapcllc war erreicht: der He-bräer sprang vom Pferde. Eine kleine Gruppe derdem Kloster hörigen Landlcnte weilte ehrfurchtsvoll vordem Thor: wie ein Rasender durch sic hin stürzendtrat Almamcn in die Kapelle und verschwand.
Eine Minute verstrich. Mnla hatte das Thor er-reicht, hielt aber unentschlossen an, eh' er absticg.„Was für eine Feier wird da drin gehalten?" fragteer die Landlcnte.
„Eine Nonne legt das Gelübde ab," crwicdcrteEiner von ihnen.
Ein Schrei der Entrüstung, des Entsetzens ließsich drinnen vernehmen. Mwa zögerte nicht länger;er gab sein Pferd einem der Umstehenden, schob den