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sey nur für eine» Tag und ewig sey die Freude ? Dazukam noch, daß sic, weit entfernt in ihrem Stolz alsHebräerin sich gekränkt zu fühlen, vielmehr in der Ge-burt des Messias im hebräischen Lande den Triumphihres Volks, als des von Jchovah erwählte», vollen-det sah, und während sic über die Inden, welche denHeiland verfolgt, trauerte, hob sich ihre Brust entzücktüber Diejenigen, deren Glaube den Namen und dieVerehrung eines Abkömmlingcs von David über diefernsten Regionen der Welt verbreitet hatten. Oftverwirrte und erschreckte sic die würdige Jncz durch denRuf: „Euer Bckcnntniß ist dasselbe wie das mcinige,nur mit Zufügung der Lehre von der Unsterblichkeit —das Christcnthum ist nur das hüllenlose Judcnthum."
Indessen ließ sich die weise und zartfühlende Lei-terin von LeilaS Bekehrung nicht auf jene mehr katho-lischen Ansichten ein, welche die Flügel der hcrabkom-niendcn Taube verschüchtert haben dürften. Sic ver-mied cs, allzustark auf die Unterschiede der Glaubens-bekenntnisse hinzuwciscn uod ließ dieselben eher un-merklich in einander verschmelzen: Lcila war eineChristin , während sic sich noch immer eine Jüdinwähnte. Doch, bei der liebenden und licbenswcrthcnSchwäche sterblicher Empfindungen, blieb ihr noch im-mer ein bitterer Gedanke, der oft und oft den Frie-den zu stören kam, welcher sich sonst in ihrer Seelegesenkt haben würde. Ihr Vater, für dessen strengesHerz und gchcimnißvollcS Schicksal sie die einzigeSLnftigcrin war: mit welchen Qualen mußte er dereinst