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Zweites Kapitel.
Der König im Palaste.
In einem jener Gemächer, deren wollüstiger Zau-ber nur den Bewohnern eines milden HimmelstrichcSbekannt ist — halb Zimmer, halb Grotte — saß zu-rückgelehnt ein junger Maure, gedankenvollen Ansehens.
Den in Gold und Himmelblau schimmernde» Pla-fond aus Ccdcrnholz trugen dünne Säulen vom weißc-stcn Alabaster, zwischen welchen sich offene Bögen,leicht und grazienhaft wie die Rebcngängc Italiens,und ausgcfüllt mit jenem, der arabischen Architekturallgemein znkommcnden, zarten Filigran-Gcsicchtc, hin-zogcn. Durch diese Arkaden gewahrte man im Lichtder Alabastcrlampcn das Perlen von Fontänen, derenliebliches Geplätscher in erfrischenden, musikalischenTakten ins Ohr fiel. Die eine Seite des Zimmersöffnete sich ihrer ganzen Breite nach auf einen ausge-dehnten Balkon, der über dem Ufergewindc des vomMond erleuchteten Darro schwebte, und in der Klar-heit der weichen Nacht konnte man deutlich die wellen-förmigen Hügel, die Gehölze und Orangcgruppenunterscheiden, die noch jetzt die unvergleichliche Land-schaft Granadas bilden.
DaS Gemach füllten Ottomanen und Ruhebettenvom reichsten Himmelblau, mit seltsamen Stickereienans Gold und Silber wunderhast verziert, und über