33
den Kriegern Granada's ersetzte. Und glaube nicht,ich spreche so blos aus Erinnerung an meine Knabcn-jahrc; glaube nicht, ich habe mein Leben in DeineHände gestellt blos aus jener knechtischen Unterwürfig-keit gegen einen einzelnen Menschen, welche das falscheNitterthum der Christen den Rittern und Edlen alsheilige Pflicht cinschärft. Ich spreche und handle blosauö Einer Tiebfedcr: — die Religion meiner Väterund das Land meiner Geburt zu retten: dafür Hab' ichmein Leben dem Feind cntgegengcworfcn; dafür übcr-gcb' ich mein Leben dem Beherrscher meines Landes.Roch immer kann Granada fortdaucrn, falls Herr undVolk sich vereinen. Auf ewig ist Granada verloren,wenn seine Kinder in dieser vcrhängnißvollcn Stundemiteinander zerfallen. Bin also ich, o Boabdil, daswahre Hindrrniß gegen Deinen Bund mit DeinenUntcrthancn, so übcrlicftc mich unverwcilt der Bogcn-schnur, und mein einziges Gebet soll für diesen letztenNest des Mauren-Namens und den letzten König desmaurischen Herrschergeschlechtes scyn!"
„Mein Sohn, mein Sohn, bist Du endlich über-zeugt?" rief die Königin, mit ihren Thräncn ringend;denn fie war eine Frau, die leicht über heldenhafteGefinnungen weinte, nie aber über kleine Sorgen oderweibliche Regungen.
Boabdil erhob das Haupt mit einem fruchtlosenVersuch stolz auSzuschen; sein Auge lief von der Mutternach dem Freund, und seine bessern Gefühle stürzten mit