Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
92
Einzelbild herunterladen
 

92

Sieg gegen den gemeinsamen Feind. Nachdem ichdiese Pflicht vollzogen, kam ich, unverletzt vom Schwertder Christen, meinen Hals der Dogcnscnnc meinesFreundes zu entblöscn. Allein, ungcfordcrt, unbcarg-wöhnt bin ich in Deinen Palast getreten, dem Gebie-ter Granada's zu beweisen, daß der Vcrtheidiger seinesThrones kein Rebell gegen seinen Willen ist. Fetzt rufeDeine Wachen ich habe Alles gesagt."

Musa!" sprach Boabdil mit gemilderter Stimme,indem er das Gesicht mit der Hand bedeckte,wirspielten zusammen als Kinder, und ich liebte Dichsehr: mein Königreich geht mir vielleicht verloren, aberich könnte mich mit diesem Verlust fast versöhnen,Wüßte ich daß Deine Treue nicht von mir gewichen."

Hattest Du wirklich Argwohn gegen die TreueMusa's Ben Abil Kasan?" fragte der Prinz mit Er-staunen und Schmerz.Unglücklicher König! meineDienste, nicht meine Untreue, hielt ich für mein Ver-brechen."

Wcßhalb haßt mich mein Volk? weßhalb drohtmein Heer?" sprach Boabdil ausweichend;wcßhalbist ein Untcrthan im Besitz jener Ergebenheit, die einKönig nicht zu erhalten vermag?"

Weil," crwicdcrtc Musa kühn,der König einemUntcrthan den Befehl übergeben hat, den er selbstführen sollte. O Boabdil, Freund meiner Knabcnjahre,ehe die schlimmen Tage über uns kamen gern würdeich unter den dunkeln Wellen jenes Stromes zur Ruhesinken, wenn Dein Arm und Geist meinen Platz unter