37
daß ich Dich gerne würdig Deiner selbst sähe. WärestDu nicht glücklicher, wäre Dein Herz nicht leichter.Deine Hoffnung kräftiger, wenn an der Spitze DeinerHeere Dein eigener Sabel Deine Feinde schlüge undder Schrecken des HcldcnkönigS von den Bergen zuden Meeren dränge? Boabdil, so thcucr Du mir bist,so gewiß ich Dich gleich geliebt haben würde, undwärest Du als niedriger Fischer des Darro geboren, —da Du einmal ein König, möchte ich daß D» als Königstürbest, sollte auch mein Herz brechen, wenn ich Dichzum letzten Kampfe waffnctc."
„Du weißt nicht was Du sagst, Amine, undkannst Das nicht anssprcchcu, was Geister, die nichtvon der Erde sind, dem Thun der Bölkcrbchcrrschcrverschreiben. Wenn ich säume, wenn ich zaudre, sogeschieht Dies nicht aus Angst, sondern aus Klugheit.Die Wolke muß sich ansammcln, dunkel und langsam,ehe der Augenblick für den Blitz hcrangckommen ist."
„Ans Dein Haus wird der Blitz fallen, weil Dudie Wolke sich über Deinem Hause ansammcln lässcst,"sprach eine ruhige, strenge Stimme.
Boabdil fuhr zusammen; im Gemach stand einedritte Person, in Gestalt einer Frau etwas über denmittleren Jahren, von gebietender Haltung und Miene.Auf ihr lang hcrabwallcndcs Gewand von gesticktemPurpur waren Juwelen von königlichem Werth dichtcingcwirkt, und ihr schwarzes, leicht von Grau angc-flogcncS Haar theiltc sich über einer hohcitvollcn Stirn,