Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
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während ein kleines Diadem über die Falten des Tur-bans empor ragte.

Mutter," sprach Boabdil mit etwas stolzer Zu-rückhaltung im Ton,Deine Gegenwart kommt uner-wartet."

Ja," erwicderte Ayra la Horra, denn wirklichwar cs diese berühmte und stolze, aber hochherzige Kö-nigin,ja, und unwillkommen. Dies ist der Fall beiall Deinen treuen Freunden. Nicht so unwillkommenwar die Gegenwart Deiner Mutter, als ihr Geist undihre Hand Dich aus dem Kerker befreiten, in welchenDein strenger Vater Deine Jugend gebannt hatte, ausdem Kerker, wo Dolch oder Gift die einzigen Schlüsselschienen, Deine Zelle aufzuschlicßcn."

O besser, Du hättest den unglücklichen SohnDeines Leibes also in der Jugend, geehrt und beklagt,sterben lassen, als ihn zum Manncsalter hcrangczogcn,wo er mit einem bösen Stern und einem erbarmungs-losen Schicksal ringen muß."

Sohn," sprach die Königin, und sah ihn mithalb verächtlichem Mitleid au,des Menschen Thunselbst schafft seine Schicksale; Unglückliche sind nie tapferund weise."

Königin," entgcgnetc Boabdil mit zornigem Er-röthen,noch bin ich König und dulde nicht solche Be-schimpfung hinweg!"

Eh die Mutter antworten konnte, trat ein Eunuchein und flüsterte Boabdil ins Ohr.