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„O," rief die Sklavin mit plötzlichem Kraftanfliig,und sprang, die Hände faltend, von ihrem Ruhebettauf — „o mein Gebieter, dürften diese dcmüthigenLippen andere Worte sprechen, als diejenigen derLiebe!"
„Und welch weifen Rath möchten sic mir crtheilcn?"fragte Boabdil mit schwachem Lächeln. „Sprich."
„So will ich Dir denn gehorchen, selbst wenn ichDein Mißfallen errege," rief Amine und erhob sich —die Wange glühend, die Augen leuchtend, die schöneGestalt gleichsam größer geworden. „I-ch bin eineTochter Granada's, ich bin die Geliebte eines Königs;ich will meiner Geburt und meines Glückes würdigscyn. Boabdil El Chico, Letzter eines Hcldcugcfchlcch-tcS, wirf diese düstcrn Fantasien, diese Zweifel undTräume, die das Feuer einer großen Natur und einerköniglichen Seele ersticken, von Dir! Erwach — stehauf — beraube Granada seines Musa's — scp selbstsein Musa! Glaubst Du an Zauber und Talismane?So grabe sic auf Deinen Harnisch, schreib sie aufDein Schwert, und lebe nicht länger als der Träumerder Alhambra; werde der Retter Deines Volks!"
Boabdil wendete sich und blickte mit einer Mischungvon Staunen und Scham auf die begeisterte, schöneGestalt vor ihm. „Aus dem Mund eines Weibeskommt meine Zurechtweisung!" sprach er traurig. „Esist gut!"
„Verzeih, verzeih mir!" rief die Sklavin und fielihm dcmuthsvoll zu Füßen; „aber tadle mich nicht.