12
dem Lager, worauf der Maure ruhte, — dem Balkongerade gegenüber — hingen an einem Pfeiler derrunde Schild, der leichte Wurfspieß und der gekrümmteSäbel der maurischen Kriegstracht. So dicht besetztmit kostbaren Juwelen waren diese Waffe», daß sicallein schon den Rang ihres Besitzers genugsam angc-dcutet haben würden, wäre derselbe auch nicht durchdessen prachtvolle Kleidung vcrrathcn worden. Ein offc-ncs Manui'cript lag auf einem silbernen Tischchen un-gelesen vor dem Manne, der, das Haupt auf dieHand gestützt, mit träumerischen Augen auf die Berg-gipfel hinausschautc, die dämmernd aus dem wolken-losen, fernen Horizont hcrvortratcn.
Niemand hätte auf das Gesicht des Dasitzcndcnblicken können, ohne sich von demselben mit einer ge-wissen traurigen Empfindung «»gesprochen zu fühlen.Es lag viel von jener Vorahnung des Unglücks darin,die wir auf den Zügen unseres Karl des Ersten * zuerkennen glauben.
Seiner Schönheit drückte eine ernste, gehalteneTrauer ein cigcnthümlichcs Gepräge auf, das durchdie Jugend und ungewohnte Zartheit des Antlitzesnoch stärker hcrvortrat. Ungleich de» Abzeichen mau-rischen Volkssiammcs waren das Haar und der ge-kräuselte Bart von tiefem Goldblond, und in derbreiten Stirn, den großen Augen lag eine ruhige,nachdenkliche Milde, die man sonst auf den gebräunten
* Der bekannte, unter kromwelt enthauptete englische
König.