fuhr sie aufgeregter fort, „interessirt mich, Ihre Energieflößt mir Bewunderung ein; oft sitze ich stundenlang hierund denke über Ihre Zukunft nach, so daß ich zuweilen fastsagen kann: ich lebe in Ihrem Leben/'
Ardworth machte ein verlegenes Gesicht und erwiederiezögernd: „Ich müßte eingebildet erscheinen, wenn ich glau-ben könnte —"
„Sagen Sie," unterbrach ihn Frau Dalibard, „wirhaben manche Unterhaltung über ernste und verwickelte Ge-genstände gehabt; wir haben über die geheimnißvollenWunder der Menschenseele gestritten; wir haben unsere Er-fahrungen über das äußere Leben und das Bewegen undTreiben der menschlichen Gesellschaft ausgetauscht— sagenSie mir jetzt, aber offen, was denken Sie von mir? Be-trachten Sie mich bloS, wie Ihr Geschlecht gern die Frau,die sich dem Mann gleichzustellen strebt, betrachtet, als einGeschöpf geborgter Phrasen und unsolider Gedanken, zuschwach znm Führer und zu ungeschickt zum Lehrer? Odererkennen Sie in diesem elenden Körper einen kräftigen Geist,der des Ihrigen nicht unwerth ist, und der von einer reisernErfahrung, als Ihre ist, geleitet wird?"
„Ich halte Sie," antwortete Ardworth freimüthig, „fürdie merkwürdigste Frau, die ich bis jetzt kennen gelernt habe.Aber zürnen Sie mir nicht, ich gebe nicht gern dem Einflüssenach, den Sie auf mich ausüben, wenn wir zusammcnkvmmen.— Er stört meine Ueberzeugnngen, beunruhigt meinen Ver-stand und ich finde mich nicht so leicht in meinem alten Lebenznrecht, nachdem Ihr Athen« darüber hinweggegangen ist."