Druckschrift 
4 (1847)
Entstehung
Seite
50
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so

den Straßen im Siechhaus und im Kerker heimischfind. Genuß, der die Freude, Energie, welche die That,und Geistesstumpfheit, die den Mangel gebiert.

Zweites Kapitel.

" Liebe auf den ersten Blick.

Plötzlich schwebte vor Percival's Augen ein Gesichtvorüber, das den in Gedanken Verlorenen weckte, wie einLichtstrahl den Schlafenden aufstört. Es war wie ein Er-kennen einer früher undeutlich gesehenen Gestalt wiedie Verwirklichung eines Traumbildes. Nicht die bloßeSchönheit dieses Antlitzes (und es war schön) hielt seinenBlick fest und machte sein Herz schnellerschlagensondernmehr die namenlose und unerklärliche Sympathie, welchedieLiebe auf den ersten Blick ausmacht; ein instinktmäßigesGefühl, das der schwerfälligste mit dem lebendigsten Geiste,der trockenste Verstand mit der lebhaftesten Phantasie ge-mein hat. Der einfache Cobbett, als er vor der Hütte beider allerprosaischsten häuslichen Arbeit das Mädchen er-blickte, von dem er sagte: dies Mädchen soll mein Weibwerden, und Dante, wie ihn der erste Blick Beatriee's mitheißer Glut durchbebte, sind beides echte Typen des allge-meinen Erfahrungssatzes: DieLiebe, welche am tiefsten sicheinprägt, entsteht mit dem ersten Blick; sie strömt plötzlichauf uns herab aus der Wolke ein Blitzstrahl einSchicksal, dem wir plötzlich ins Angesicht sehen.