Druckschrift 
4 (1847)
Entstehung
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Alle ächtpoetische Gemüther fühlen sich von Bewegung leb-haft angezoge», das heißt von der Lebendigkeit einer großenAnzahl. Ist diese Bewegung aufrichtig fröhlich, wie aufeinem Dorffesttage, so geht auf eine solche Natur die Fröh-lichkeit unmerklich über. Aber ist die Bewegung eine falscheund angenommene Heiterkeit, wie auf einem vornehmenBall, wo das theilnahmlose Gesicht und der schläfrige Schrittmit dem offenbaren Zweck des Tages in Disharmonie stehen,dann fühlt sich eine solche Natur unbehaglich und niederge-schlagen. Daher werden alle zarteren und idealeren Geisterdes einförmigen Kreislaufes dessen, waS man Vergnügungender vornehmen Welt nennt, bald unaussprechlich überdrüssig.Daher würde die Person gerade, die sich über einen Tanz imGrünen am meisten freut, aus den AlmakSbällen sich lang-weilen. Nicht etwa, weil der Schauplatz der einen Sceneein Rasenplatz im Dorfe, und der der andern ein Saal imKingstreet ist; auch nicht, weil die Handelnden dort demniederen Volke, hier der vornehmen Klaffe angehören, son-dern lediglich, weil die Freude bei den Einen sichtbar undherzlich, bei den Andern bloS ein hohler Vorwand ist.Helene glaubte, es sehen die Schaukeln und Buden, die inihr diese unschuldige Freude hervorriefen — es war nichtan dem; es war die unbewußte Sympathie mit der sie um-gebenden Menge. Wenn die poetische Natur das Reichihrer Träume verläßt und sich in die wirkliche Welt begibt,so verschmilzt sie mit den Seelen und Gedanken Anderer.Die beiden Schwingen der Kraft, welche wir Genie nennen,sind Schwärmerei und Sympathie. Aber Helene dachte