Druckschrift 
4 (1847)
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

17

nicht daran, daß sie genial sep. Mochte sie den Schmetter-ling jagen, oder zärtlich zu ihren Vögeln plaudern, odermit ernstsinnendcm Auge beobachten, wie die Sterne her-vortraten, und die dunkeln Fichten allmälig von ihremSilberlichte erglänzten; mochte sie mit phantastischen Träu-men und gläubigem Erstaunen sich indieWunvergeschichtenMirglips oder Aladdins vertiefen, oder mit andachtvolleinSchauer dem wilden Schmerze LearS lauschen, so gab sienur dem wahren und wechselnden Impulse in jeder Verän-derung ihres beweglichen Gemüths nach, und hätte mit äch-ter Demuth den Launen der Kindheit das rasche Mitempfin-den von Fröhlichkeit, das schnellwechselnde Spiel derPhantasie, mit dem die Natur das lebhafte Gefühl desGenies an sich fesselt, zugeschrieben.

Während Helene, auf des Geistlichen Arm gestützt, sichder unschuldigen Aufregung des Augenblicks überließ, undder Pfarrer freundlich seinen Kirchkindern zunickte oder stehenblieb, um ein leutseliges Wort zu sprechen mit den Jüng-sten oder den Nettesten (diese beiden äußersten Stadien derMenschheit, welche die Kirche so liebevoll vereint,) vondenen , welche der Jahrmarkt in seinen verlockenden Wirbelmit fortzog, trat ein struppelköpfiger Bursche mit einer leder-nen Tasche aus einer der Pfefferkuchenbuden und sagte, in-dem er an den Hut griff, zudem Pfarrer, er habe einenBrief für ihn.

Des Pfarrers Kreis von Korrespondenten war klein,trotz des entfernten Wohnorts seiner Kinder, denn bis vorwenigen Jahren waren Briefe für Personen von knappemBnlwer'SRöumnc.ILXIV. 2