II. Die „jungdeutschen" Nachäffer.
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mundfaulen Gequassels eines schneidig thuenden Burschen, dersich am Biertisch im ungeschickt nachgeahmten Fähnrichs-Tonemit einem Trinkkumpan unterhält; z. B. diese Leistung vonArno Holz: („Alter Garten.") „Ein Faun, der die Flötebläst. — Ich sehe deutlich seine Finger. — ... Auch dierechte" (Schulter) „sehe ich. — Nur den Kopf nicht. — Ver-fehlt. — Der ist runtergekollert. — Der liegt seit hundertJahren schon — Unten im Tümpel. — Plitsch! — ? —Ein Frosch." („Schmerz.") „Vergeben? — Ich? — Dir? —Längst! — Ich thats, noch eh ichs wußte." Wenn er besondersleidenschaftlich und pathetisch wird, dann sieht es so aus:(„Du.") „Dich haben, — Dich haben, — Dich endlich malhaben, — Ganz und nackt, — Ganz und nackt! ... — Ganzund nackt, — Ganz und nackt! — Und mein Herz — Stand —Still. — Vor Glück, — Vor Glück." Die besseren Gedichteder Sammlung klingen wie eine Drehorgel-Übertragung derHeineschen Weise, mit geschmackloser Hervorhebung des plattSinnlichen. Die „Modernität" dieser Stücke ist also ungefährsechzig oder siebenzig Jahre alt. Schlecht kann man sie nichtnennen, sie sind nur gewöhnlich. Bei der hohen Zucht, welcheunsere Lyrik seit anderthalb Jahrhunderten erfahren hat, liegtein ganz annehmbarer Reim-Klingklang jedem Deutschen imBlute. Er ist ihm das Angeborene, eine Erb-Fähigkeit, dieman durch die Abstammung von deutschen Eltern erlangt undderen sich jeder Gymnasiast, ja jeder etwas gebildetere Hand-werksbursche bewußt wird. Nicht solche Gedichte wie die besserenim „Modernen Musen-Almanach" zu schreiben ist ein Verdienst,sondern dem natürlichen Drange zu ihrer Niederschrift zu wider-stehen. Einige der Mitläufer in der lyrischen Herde habensich für ihre Nachäffung doch mindestens andere Muster gewähltals den ewigen Heine. Gustav Falke, ein Hamburger, in dessenVaterstadt Beschäftigung mit englischer Sprache und LiteraturHerkommen ist, hat vom Präraphaelismus Kunde erhalten und