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2 (1893)
Entstehung
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III. Dekadenten nnd Aestheten

Wie beim Tode Alexanders seine Marschälle über das Reichdes Eroberers herfielen und sich je eines Landes bemächtigten,so haben die Nachahmer, die Baudelaire unter seinen Zeit-genossen und dem nachfolgenden Geschlechte fand, viele,ohne erst seinen Wahnsinn und Tod abzumarten, von einerseiner Eigenthnmlichkeiten Besitz ergriffen, um sie schriftstellerischanszubeuten. Bandelaires Schule zeigt sein Wesen wunderlichzerlegt; sie ist gleichsam das Prisma geworden, das dieses Lichtin seine einzelnen Farbenstrahlen anslöst. Sein Angstw ahnsinn(Anxiomanie) und seine Vorliebe für Krankheit, Tod nnd Ver-wesung (Nekrophilie) sind, wie wir im vorigen Buche gesehenhaben, Rollinat als Antheil zugefallen. Seine geschlechtlichenVerirrungen und seine Lüsternheit hat Catulle Mendss geerbtund außerdem berufen sich auf sie alle neueren französischenPornographen, um diekünstlerische Berechtigung" ihrer Ver-worfenheit zu beweisen. Seine Verherrlichung des Verbrechenshat ihm Jean Richepin (Olmnson ckes g-uonx/Lumpen-lieder") abgeguckt, der außerdem in der GedichtesammlungLlaspliemos" (Lästerungen") Bandelaires Flüche und Gebetean den Teufel in der ödesten und langweiligsten Weise zueinem ganzen dicken Bande aufgeblasen hat. An seinemMystizismus zehren die Symbolisten, die auch gleich ihm ge-heimnißvolle Beziehungen zwischen den Farben und den Em-pfindungen der anderen Sinne wahrzunehmen behaupten, nur