Die lange und leidvolle Wanderung durch das Kranken-haus, als das wir, wenn nicht die ganze gesittete Menschheit,so doch die obere Schichte der Großstadt-Bevölkerung kennengelernt haben, ist vollendet. Wir haben die mannigfaltigenVerkörperungen beobachtet, welche die Entartung und Hysteriein der Kunst, Dichtung und Philosophie der Gegenwart an-nehmen. Als die Hauptkundgebungen der geistigen Zerrüttungunserer Zeitgenossen haben sich uns auf diesen Gebieten dar-gestellt: der Mystizismus, welcher der Ausdruck des Unver-mögens zur Aufmerksamkeit, zu klarem Denken und zur Be-herrschung der Emotionen ist und auf Schwächung der höchstenHirnzentren beruht, die Jch-Sucht, die eine Folge schlecht leiten-der Sinnesnerven, stumpfer Wahrnehmungs-Zentren, der Ver-irrung der Triebe aus Begierde nach genügend starken Ein-drücken und des starken Ueberwiegens der organischen Empfin-dungen über die Vorstellungen ist, der falsche Realismus, dervon verworrenen ästhetischen Theorien ausgeht und sich durchPessimismus und unwiderstehliche Hinneigung zu schlüpfrigenVorstellungen und gemeinster, schmutzigster Ausdrucksweise kenn-zeichnet. In allen drei Richtungen finden wir dieselben letztenBestandtheile wieder: ein Gehirn, das nicht im Stande ist,regelrecht zu arbeiten, daher Willensschwäche, Unaufmerksamkeit,
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