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2 (1893)
Entstehung
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Der Realismus.

säuselt rossettisch-mystisch-ästhetisch: (Sonnenblumen.")AmAbend zwischen Traum und Wachen Ich dachte nicht gradean heilige Sachen, Vor mir der Nazarener stand. . . .Hielt eine Blume in der Hand, Hochstengelig ein goldnerStern Lehnt an der Schulter unserm Herrn, Wie frommerMaler Engelsgestaltcn Ihre Friedenspalmen halten:Eine Sonnenblume, voll erschlossen." Johannes Schlaf äfftsogar den alten Opitz nach: (Papa Opitz.")Gleichwie dasTaggestirn aus schwarzen Wolken strahlet Und rings dasFrühlingsfeld mit güldnem Schein bemahlet" u. s. w. Gesund,vortrefflich und persönlich ist nur Ernst Freiherr von Wolzogen,der sich so vernehmen läßt (Bekenntnisse"):

Mich ärgern die flapsig protzenden RüdenJust so sehr wie die tantenhaft PrüdenIch lache der Gecken, der schniepelig zieren

Halt' aber sehr auf gute Manieren.

Ich liebe die Grünen, die derbfrischen Kleinen,

Sie dürfen aber nicht lärmen und greinen.

Wer die Ahnen wirft unters alte Eisen,

Soll eigene Zeugungskraft erst beweisen."

Man darf sich wundern, daß Wolzogen mit diesen Ge-sinnungen sich herbeigelassen hat, in der Gesellschaft dieserflapsig protzenden Rüden" zu erscheinen.

Der Führer der Herde, Bierbaum, der in München seinenkleinen Bleibtreu spielt und, ein Warwick des jungdeutschenSchriftthums, realistische Genies schafft und absetzt, behauptetmit der die Richtung kennzeichnenden Dreistigkeit, er schreiteVorwärts, vorwärts Mitten durch stickige DunkelheitHeller Wahrheit entgegen" ft. Hier einige Proben dieserHellen Wahrheit": (Jeanette" mit einem n!)Was

ff Otto Julius Bierbaum. Erlebte Gedichte. Zweite Auflage.Berlin, 1893. S. 8, 9, 41, 93.