II. Die „jungdeutschen" Uachiiffee.
Dieses Kapitel fällt eigentlich aus dem Rahmen des Werkesheraus. Man vergesse nicht, daß ich weder eine Literatur-Ge-schichte schreiben noch landläufige ästhetische Kritik üben, son-dern den ungesunden Geisteszustand der Urheber literarischerModerichtungen Nachweisen wollte. Meinem Vorsatz entsprichtes nur, mich mit jenen Entarteten oder Wahnsinnigen zu be-schäftigen, die ihre Werke aus ihrem eigenen krankhaften Seelen-leben heraus schaffen und selbst die künstlerische Formel fürihre Besonderheiten finden, also mit den Führern, die ihrenWeg gehen, wie sie wollen oder müssen. Bloße Nachahmerhabe ich im ganzen Gange meiner Untersuchung grundsätzlichvernachlässigt, einmal, weil unter ihnen die echten Entartetennur eine schwache Minderheit bilden, während die große Mehrheitvollkommen zurechnungsfähiges Schwindler- und Schmarotzer-Gesindel ist, und dann, weil selbst die wenigen Kranken unterihnen nicht zur Klasse der „höheren" Entarteten gehören, son-dern armselige Schwachköpfe sind, die einzeln keinerlei Bedeu-tung besitzen und höchstens insofern auf flüchtige ErwähnungAnspruch haben, als sie für den Einfluß ihrer Meister ausGestörte zeugen.
Wenn ich trotzdem den „jungdeutschen" sogenannten „Rea-listen" ein eigenes Kapitel widme, während ich auf die italieni-schen und skandinavischen Zola-Schüler blos mit einigen Worten