Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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I. Psychologie der Ach-Sucht.

Wie verschieden auch Individualitäten gleich Wagner undTolstoi, Nossetti und Verlaine auf den ersten Blick scheinenmögen, wir haben doch bei allen gewisse Züge: das ver-schwommene oder unzusammenhängende Denken, die Tyranneider Jdeen-Assoziation, das Auftreten von Zwangsvorstellungen,die erotische Erregbarkeit, die Glaubens-Schwärmerei, ange-troffen, die sie als Mitglieder einer und derselben Geistes-samilie erkennen lassen und es rechtfertigen, sie in eine einzigeGruppe, die der Mystiker, zu vereinigen.

Wir müssen noch einen Schritt weiter gehen und sagen,daß nicht blos die Mystiker unter den Entarteten, sondern imGrunde alle Degenerirten, welcher Art sie auch seien, aus dem-selben Teig geknetet sind. Sie zeigen alle dieselben Lücken,Ungleichmäßigkeiten und Mißbildungen der Geistesfähigkeiten,dieselben seelischen und leiblichen Stigmate. Wer also angesichtseiner Anzahl Entarteter bei den einen blos die Mystik desDenkens, bei den anderen blos die erotische Emotivität, oderblos die verworrene, unfruchtbare Nächstenliebe und Welt-verbesserungssucht, oder blos den Zwangsantrieb zu verbrecherischenHandlungen u. s. w. hervorheben und als ihre ausschließlicheBesonderheit ansprechen wollte, der würde offenbar nur eineSeite der Erscheinung sehen und die anderen außer Rechnunglassen. Das eine oder das andere Entartungs-Stigma mag in