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Der Realismus.
Dämpfen gewoben, welche ihr Flaum ausathmete... Er wolltesie ganz verwüsten und entfleischen... Nur Blut, Blut. Dawurde ihm erst gut, wie es herunter striemte (!)... Er machtesich eine Theorie darüber, daß dieses die Fährte nach der neuenLiebe sei: durch die Marter." „Da lagerten feuerrothe Wiesen,in lieblichen Hängen verbreitet, ... und blaue Vampyre er-schlafften, die Hoffnungen. Aber es wandelte, in aufrechtemStolze und mit kaiserlicher Trauer, eine gewaltige graueSonnenblume, stumm und fahl, am Arme einer plumpen, dickstinkenden Distel, welche mit breitem, rohem Golde schlepperte (?),weithin." „Das wurde für ihn jetzt ... die wahre Kunst, dieeinzige erlösende und beglückende: die Kunst der Gerüche...Aus den blassen, stöhnenden Dämpfen der White Rose, inwelchen der Selbstmord siegt, erweckte er die ewige Lehredes Buddha u. s. w." Das Weitere liest man besser in derUrschrift, in Huysmans rebours^ nach. Auf die nach derZwangsjacke schreienden, Satyriasis und Sadismus heuchelndenbrünstigen Stellen, auf die lustigen Verwechselungen und Falsch-schreibungen französischer Namen, die dem sich als Pariser auf-spielenden Verfasser auf Schritt und Tritt unterlaufen, auf seinehäufigen Aeußerungcu von Größenwahn sei nur nebenbei hin-gewiesen. Sie sind nicht wesentlich, aber sie tragen dazu bei,Bahrs Buch zu einer im deutschen Schriftthum bis jetzt einzigdastehenden Kundgebung hysterischer Geistesstörung zu machen.
Die meisten jungdeutschen Nachäffer haben sich bisher nochnicht zu den denkmalhaften Leistungen eines Tovote oder Bahr/erhoben, sondern sind beim kurzathmigen lyrischen Gedichtestehen geblieben. Eine bequeme Übersicht über ihre Lyrik ge-währt der von Bierbaum herausgegebene SammelbandÜ. Einige„Gedichte" dieser Sammlung sind die einfache Niederschrift des
') Moderner Musen-Almanach auf das Jahr 1893 herausgegebenvon Otto Julius Bierbaum. Ein Sammelbuch deutscher Kunst. München.